Open Peer Review: Mumenthaler/Schuldt: Was macht gute Bibliothekspolitik aus? Ein Seminarbericht

AutorInnen: Rudolf MUMENTHALER, Karsten SCHULDT
Titel: Was macht gute Bibliothekspolitik aus? Ein Seminarbericht

Preprint des Artikels (PDF)

Die publizierte Version findet sich in der Zeitschrift Informationspraxis

Zusammenfassung
Im Rahmen eines Seminars an der HTW Chur wurden Möglichkeiten und Grenzen von
Bibliothekspolitik in der Schweiz erläutert. Ausgehend von wenigen Fällen, bei denen es zu
Protesten oder anderen Aktivitäten gekommen ist, wurden Akteurinnen und Akteure und ihr
Einfluss untersucht, mögliche politische Instrumente analysiert und diskutiert, wie sich
Bibliotheken aktiv beteiligen können. Im Ergebnis stellte sich heraus, dass Netzwerke in die
Gesellschaft und die Politik von großer Bedeutung sind. Im Falle eines Konflikts
(Budgetkürzung, geplante Schließung etc.) kann sich dieses Netzwerk mit Hilfe der geeigneten
politischen Instrumente für die Bibliothek einsetzen. Die Mobilisierung der Bevölkerung, die in
den untersuchten Fällen klar auf der Seite der Bibliotheksanliegen war, ist dabei ein
entscheidender Erfolgsfaktor.

Schlüsselwörter
Bibliothek; Bibliothekspolitik; Netzwerk; Einflussanalyse

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5 Gedanken zu „Open Peer Review: Mumenthaler/Schuldt: Was macht gute Bibliothekspolitik aus? Ein Seminarbericht

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  4. Beat Mattmann

    Lieber Herr Mumenthaler, lieber Herr Schuldt,

    Ihr Text überzeugt mich in weiten Teilen, dennoch habe ich einige Hinweise und Änderungswünsche, die zu dessen Verbesserung beitragen dürften.

    Vorab zum Grundsätzlichen und Formalen:
    – Verglichen mit dem Text könnte der Titel besser gewählt sein. Statt darum, was „gute“ Politik (ohnehin ein relativ subjektiver Begriff) ausmacht, geht es doch hauptsächlich darum, was „erfolgreiche“ Politik ausmacht. Das zeigt sich auch im engllischen Titel, der meinem Vorschlag entspricht.
    – Hinsichtlich korrekter Zitationsweise kann ich insofern keine Aussage machen, da ich die in den Gutachter-Richtlinien angesprochenen „Richtlinien für AutorInnen“ nicht gefunden habe. Vielleicht könnte man die, sofern auf der Webseite bereits vorhanden, etwas prominenter platzieren? Was mir jedoch auffiel sind die eckigen Klammern vor den ersten beiden Quellennachweisen. Die scheinen mir falsch zu sein oder zumindest nicht vollständig (die schliessende Klammer fehlt). Die Quellenlage per se ist vergleichsweise dünn und mit drei Beiträgen aus LIBREAS (auch wenn ich die Zeitschrift gut finde) doch relativ einseitig. Allerdings weisen Sie im Artikel auch ausdrücklich auf die fehlenden Quellen hin, weshalb ich das nicht weiter als Problem betrachte.
    – Textaufbau, roter Faden und Schlussfolgerung sind aus meiner Sicht schlüssig. Auch die Herleitung ist sprachlich gut und verständlich geschildert.

    Zu Rechtschreibung und Grammatik:
    Dazu lassen sich noch mehrere verbesserungswürdige Punkte finden.
    – Kapitel 2, Absatz 1: Der Anfangssatz ist relativ lang und kompliziert. Zudem sind es die „auffälligen Unterschiede“ (Zeile 4).
    – Kapitel 2, Absatz 3: „Advocacy ToolkiT“ (zweitletzte Zeile)
    – Kapitel 3.2, Absatz 3: „organisiert IST“ (drittletzte Zeile)
    – Kapitel 3.3, Absatz 4: „die früher beschlossene Renovation“ (Zeile 10)
    – Kapitel 3.4, Absatz 2: „von einzelnen Kolleginnen und KollegeN“ (drittletzte Zeile)

    Zum Inhalt:
    – Es ist unklar, wann das Seminar genau stattfand. Da Sie sich stark auf die Ergebnisse dieser Veranstaltung beziehen und Sie zudem auf die dünne Quellenlage hinweisen, gewinnt das Seminar als „Ersatzquelle“ deutlich an Gewicht. Insofern wäre es für mich wichtig, zu wissen, wie alt die Ergebnisse dieses Seminars sind. Da es eine Studienveranstaltung ist, würde es zudem wohl nicht schaden, darauf hinzuweisen, in welchem Semester die Teilnehmer waren. Aus eigener Erfahrung ist es doch ein qualitativer Unterschied, ob die Aussagen und Arbeiten von einem Erstsemester oder einem Siebtsemester stammen.
    – Die Aussage des zweiten Absatzes in Kapitel 3.3 ist heikel. Unterschwellig ruft der Absatz in meinen Augen zu einer gezielten Beeinflussung nur einzelner politischer Pole auf, während bei anderen höchstens mit einer gezielten „Traditionspflege“ gepunktet werden könnte. Zwar sind Städte eher links- und ländliche Regionen eher mitte-rechts-dominiert, dennoch kann das politische Schwergewicht bei Wahlen schnell kippen, wie das bspw. in den vergangenen Jahren in verschiedenen CVP-dominierten Kantonen (z.B. Obwalden) der Fall war. Wer sich da zu sehr auf einen einzelnen Pol verlassen hat, steht dann im Regen. Ich würde es begrüssen, wenn deutlicher herausgestrichen würde, dass ein Lobbying im gesamten politischen Spektrum vonnöten ist (auch wenn in einzelnen Polen der Aufwand geringer sein dürfte), sich jedoch die Argumente und Mittel anders gestalten. Das macht in meinen Augen das Lobbying nur noch schwieriger. An dem Punkt dürfte eine Art „Peer-Lobbying“ interessant sein: einzelne, gezielt ausgewählte, einflussreiche Politiker aus allen Parteien, die als Unterstützer der Bibliotheken auftreten und ihren Einfluss in Parlament und Regierung nutzen, um die Ziele der Bibliothek zu erreichen. Auch hier jedoch gilt: die Politik ist einem stetigen Wandel unterworfen und der Unterstützer von einst ist schnell der Ruheständler von morgen.
    – Im Absatz 3 des Kapitels 3.3 findet sich ein Stolperstein zur Definition von Wissen und Information. Sie schreiben „Grundsätzlich scheint es sinnvoll, wenn dieses Wissen aktiv und im Vorfeld der politischen Entscheidungen bekannt ist.“ Dazu meine Irritation: Kann Wissen bekannt sein? Oder ist Information dadurch, dass sie zu Wissen geworden ist, nicht schon per definitionem bekannt, wenn auch nur einem eingeschränkten Kreis? Sollte nicht eher die Information bekannt sein und erst durch ihre Bekanntheit kann sie in Aktion treten, aktiv werden und zu Wissen werden?

    Abschliessend lässt sich sagen, dass der Zuwachs an wissenschaftlichen Erkenntnissen in meinen Augen zwar eher gering scheint. Einiges befindet sich doch an der Grenze zum Allgemeinwissen und ist aus anderen Sparten mit der einen oder anderen Studie belegt. Dennoch halte ich es für sinnvoll, das Bekannte einmal an einer Stelle zusammengefasst zu sehen und den Hinweis zu erhalten, dass eben doch das meiste nur scheinbares oder implizites Wissen ist und noch viel zu wenig darüber diskutiert wurde, wie vor allem kleinere Bibliotheken aktiv Einfluss ausüben könnten. Aber auch grössere wissenschaftliche Bibliotheken mussten in den letzten Jahren erst lernen, wie man aktiv Einfluss nehmen kann, insbesondere auf nationaler Ebene (vgl. das Drama um AGUR12). Insofern halte ich das Thema des Artikels für gut und wichtig.

    Beste Grüsse
    Beat Mattmann

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