Archiv des Autors: Rudolf

Praxisberichte zu Bibliotheken im Wandel

Rudolf Mumenthaler ruft in seinem Blog im Rahmen des Forschungsvorhabens zu Bibliotheken im (digitalen) Wandel u.a. dazu auf, Erfahrungsberichte zu Strategien, Aktivitäten, Projekten, Dienstleistungen etc. bei der Informationspraxis einzureichen.

PUBLIKATION VON ERFAHRUNGSBERICHTEN
Ich möchte PraktikerInnen einladen, über die Erfahrungen in ihren Bibliotheken zu berichten und diese in der Informationspraxis zu veröffentlichen. Gefragt sind Beiträge zu neuen Strategien, zu Aktivitäten, neuen Dienstleistungen usw. Wir haben in der Informationspraxis verschiedene Rubriken, die sich gerade auch für Berichte aus der Praxis eignen. Natürlich sind auch Fachartikel willkommen.

Wir möchten Sie ermutigen, diesem Aufruf Folge zu leisten. Wenn Sie Fragen haben zur Einreichung, können Sie sich unkompliziert an die Redaktion wenden. Wie Sie bei der Informationspraxis einreichen können, erfahren Sie hier.

Falls Sie bereits über das Thema publiziert haben, können Sie den Artikel in der für das Forschungsvorhaben eingerichteten Zotero-Gruppe eintragen.

Neuer Beitrag: Lernort Öffentliche Bibliothek und Open Educational Resources

Autorin: Gabriele Fahrenkrog
Titel: Lernort Öffentliche Bibliothek und Open Educational Resources (OER) – Zusammenbringen, was zusammen gehört

Zusammenfassung

Mit den Veränderungen durch die Digitalisierung im Bildungsbereich, hin zu orts- und zeitunabhängigen Verfügbarkeit von Inhalten, zu Kollaboration und Partizipation in Lehr- und Lernkontexten, verändern sich auch die Anforderungen an den Lernort Bibliothek. Öffentliche Bibliotheken bieten Zugang zu Lehr- und Lernmaterialien und unterstützen Menschen in allen Belangen zu Aus- und Weiterbildung. Obwohl es sich bei OER (Open Educational Resources) um Bildungsmedien handelt, haben sie bislang nicht den Weg in Öffentliche Bibliotheken gefunden. Es wird dargelegt, welche Gründe für ein Engagement von Bibliotheken mit OER spricht und aufgezeigt, was Öffentliche Bibliotheken mit bereits vorhandenen Kompetenzen und vorhandener Infrastruktur konkret unternehmen können, um  für das Thema OER zu sensibilisieren, OER zu vermitteln und dazu anzuregen, aktiv freie Bildungsmaterialen zu erstellen und weiter zu bearbeiten.

Schlüsselwörter

Öffentliche Bibliothek; Lernort; OER; Open Educational Resources

Schreibwerkstatt an der Inetbib-Tagung

An der 13. Inetbib-Konferenz in Stuttgart haben Kollegen von der LIBREAS (Karsten Schuldt) und von der Informationspraxis (Lambert Heller und Rudolf Mumenthaler) eine Schreibwerkstatt durchgeführt. Den Workshopleitern ging es darum, Hürden beim Schreiben von Beiträgen für Fachzeitschriften abzubauen und zum Schreiben zu ermutigen. Auch alternative Formen der Publikation kamen zur Sprache, wie Blogs und Wikis. Die Abläufe bei der Einreichung von Artikeln und bei der Qualitätskontrolle wurden besprochen. Im Workshop-Teil der Veranstaltung wurde in einer Gruppe ein eingereichter Artikel genauer analysiert und der Redaktionsworkflow durchgespielt. Die andere Gruppe diskutierte mögliche Themen und wie sie als Beitrag umgesetzt werden könnten. Die einführenden Folien zum Workshop finden sich hier.

Als Übung wurde vorgeschlagen gemeinsam einen Konferenzbericht über die Inetbib-Tagung zu schreiben. Dazu wurde ein sogenanntes Pad angelegt, das kollaboratives Schreiben ermöglicht. Somit sind die Teilnehmenden der 13. Inetbib-Tagung auch auf diesem Weg aufgefordert, sich an diesem Tagungsbericht zu beteiligen. Das Pad findet sich unter folgendem Link: https://pad.okfn.org/p/inetbib2016_Bericht

 

Zwischenbericht von der Informationspraxis

Hier ein kurzer Zwischenbericht von der Informationspraxis: Nach dem Abschluss des Open Peer Review-Verfahrens für die ersten drei Fachbeiträge sind die Texte zur Überarbeitung an die Autorinnen und Autoren zurückgegangen. Mittlerweile sind alle Korrekturen und Ergänzungen gemacht worden und die Redaktion ist dabei, die Beiträge ins fertige Layout zu übertragen. Der Workflow vom Word- oder OpenOffice-Dokument zum korrekten HTML und PDF-Format stellt eine echte Herausforderung dar. Nicht zuletzt deshalb, weil wir uns zum Ziel gesetzt haben, die Dokumente grundsätzlich barrierefrei zu publizieren.

Angeregt durch den Beitrag von Susanne Baudisch, Elke Dittmer und Thomas Kahlisch: Barrierefreiheit zur Routine machen – Praxisfall: Digitale Bibliothek haben wir uns zum Ziel gesetzt, dass unsere Publikationen die zentralen Grundsätze der Barrierefreiheit erfüllen. Dies beginnt bei den Vorlagen (Word/RTF), bei denen konsequent Formatvorlagen eingesetzt werden und geht weiter zu den Publikationsformaten, bei denen z.B. alle Bilder mit Alternativtexten hinterlegt sein müssen, die korrekt strukturiert sein müssen, die Dokumenteigenschaften enthalten müssen oder bei denen Sprachwechsel (für das englische Abstract) gekennzeichnet sein sollten. Auch haben wir uns entschlossen, zumindest bei den längeren Beiträgen ein verlinktes Inhaltsverzeichnis voranzustellen, was die Orientierung für alle erleichtert. Zur Zeit arbeiten wir noch daran und hoffen, dass wir nach den Feiertagen (und einigen Urlaubstagen) die fertigen Artikel veröffentlichen können.

Zwischenzeitlich sind wieder einige Beiträge eingegangen, für deren Betreuung wir Mitglieder des Editorial-Boards suchen. Wir freuen uns weiterhin über interessante Einreichungen!

Erste Phase OPR abgeschlossen

Seit der Veröffentlichung der Preprints von drei Beiträgen ist nun ein Monat vergangen. Damit schliessen wir die Phase des OPR ab. Die Autorinnen und Autoren erhalten jetzt eine Rückmeldung mit den Kommentaren und Reviews und werden gebeten, diese in ihre Texte einzuarbeiten und zu dokumentieren, welche Inputs sie berücksichtigt haben und welche allenfalls auch nicht. Nach dieser Überarbeitung werden die Texte gelayoutet und in der Zeitschrift publiziert. Kommentare zu den Beiträgen sind weiterhin möglich.

Optimierung des Open Peer Review-Verfahrens

Die Informationspraxis setzt zur Qualitätssicherung ein Open Peer Review-Verfahren (OPR) ein. Nach den ersten Erfahrungen und Rückmeldungen aus der Community zeigen sich einige Punkte, die überdacht, diskutiert und eventuell verbessert werden können.

Kommentare und Reviews

Grundsätzlich sind uns alle sachlichen Kommentare im Rahmen des OPR willkommen. Die im Blog abgegebenen Kommentare werden von der Redaktion gesammelt und zum Abschluss des Verfahrens an die Autorinnen und Autoren weitergeleitet. Die Hinweise auf falsch zugeordnete Zitate, auf fehlende Angaben, nicht aktuelle Zahlen etc. sind nützlich und dienen der Verbesserung der Beiträge. Diese Kommentare ersetzen jedoch nicht eine eingehende Prüfung des Beitrags im Rahmen eines ordentlichen Reviews.

Die Kommentare werden – wie in einem früheren Blogbeitrag bereits erläutert – oft nicht auf der Plattform abgegeben, sondern auf allen möglichen Kanälen – von Twitter bis zu eigenen Blogs und direkten Mails an die Autorinnen und Autoren. Es ist der Redaktion nicht möglich, diese verteilten Rückmeldungen und Kommentare zu sammeln und den Autorinnen und Autoren zukommen zu lassen. Es ist also für die Transparenz des Vorgangs und die Möglichkeit der Rückmeldung an die Autorinnen und Autoren wichtig, dass die Kommentare auf der dafür vorgesehenen Plattform, im Blog der Informationspraxis, eingereicht werden.

Diese Kommentare können das ordentliche Review also nicht ersetzen. Es ist deshalb für den Erfolg des OPR entscheidend, dass die Artikel gründlich und strukturiert begutachtet werden. Was verstehen wir unter einem „richtigen“ Review?

„Ordentliches“ Open Peer Review

Ein klassisches Review erfolgt auf der Basis von Fragen, die den Gutachterinnen und Gutachtern in der Regel durch die Redaktion bereitgestellt werden. Das Review soll sicherstellen, dass es sich um originale Forschung handelt, dass Quellen korrekt zitiert werden, dass die eingesetzten Methoden überprüfbare Ergebnisse liefern, dass der Beitrag wissenschaftlichen Kriterien genügt usw. Auch die Informationspraxis bietet eine solche Hilfestellung für Reviewerinnen und Reviewer in Form von Richtlinien für GutachterInnen. Wir stellen uns ein „richtiges“ Review im Sinne des OPR so vor, dass sich eine Fachperson des Beitrags annimmt, ihn nach diesen Richtlinien begutachtet und dieses Review unter seinem Namen als Kommentar ins Blog hochlädt. Ein Beispiel dafür gibt Beat Mattmann in seinem Kommentar zum Beitrag von Mumenthaler/Schuldt. Der Unterschied zum klassischen Peer Review besteht primär darin, dass das Review nicht anonym erfolgt und dass es offen einsehbar ist. In den Punkten Genauigkeit, Kompetenz und Sachlichkeit sollte ein Open Peer Review jedoch dem klassischen ebenbürtig sein.

Verpflichtung zu OPR

Wir möchten daran festhalten, dass Autorinnen und Autoren sich freiwillig dem OPR-Verfahren unterziehen können. Wer einen Fachartikel einreicht, kann also wählen, ob er ein klassisches oder das Open Peer Review-Verfahren durchlaufen soll. Wir finden, dass wir möglichst keine Autorinnen und Autoren abschrecken möchten. Wir sind noch dabei (mit wir ist hier die ganze Community gemeint), Erfahrungen mit dem OPR zu sammeln. Die Redaktion hat Verständnis dafür, falls jemand lieber auf ein klassisches Review setzt und sich nicht dem öffentlichen Verfahren aussetzen möchte. Allerdings möchten wir das Verfahren einheitlich gestalten (siehe oben) und bei den publizierten Artikeln angeben, welches Review sie durchlaufen haben.

Der Open-Peer-Review-Eid

Nora Schmidt hat uns einen Vorschlag zur Verbesserung des OPR hingewiesen. In: Aleksic J, Alexa A, Attwood TK et al. An Open Science Peer Review Oath, F1000Research 2015, 3:271, http://dx.doi.org/10.12688/f1000research.5686.2 wird ein OPR-Eid vorgeschlagen, den wir gerne für das Open Peer Review-Verfahren der Informationspraxis übernehmen würden (eigene Übersetzung aus dem Englischen):

  1. Prinzip: Ich werde mein Review mit meinem Namen unterzeichnen.
  2. Prinzip: Ich werde mit Integrität begutachten.
  3. Prinzip: Ich werde das Review als Dialog mit der Autorin/dem Autor behandeln; Ich werde insbesondere konstruktive Kritik üben.
  4. Prinzip: Ich werde eine Botschafterin/ein Botschafter für die Praxis von offener Wissenschaft sein.

Wer sich an dieser „Verschwörung“ beteiligen möchte, ist also herzlich eingeladen: Begutachen Sie Beiträge aus Ihrem Fachgebiet und stellen Sie Ihr Review der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Erste Erfahrungen mit Open Peer Review

Seit rund einer Woche sind die ersten drei Beiträge im Open Peer Review-Verfahren als Preprint im Blog der Informationspraxis veröffentlicht. Es wäre übertrieben zu sagen, das OPR sei erfolgreich gestartet. Ein gründliches Review benötigt seine Zeit, und wir haben dafür ja auch vier Wochen vorgesehen. Es gab aber bereits erste Reaktionen, und deshalb erlaube ich mir auch erste Gedanken dazu.

Zunächst die Erfolgsmeldung: ja, es gab tatsächlich einen fachlichen Kommentar auf einen der Beiträge in der Kommentarfunktion des Blogs. So haben wir uns das vorgestellt: Bemerkungen zu Fehlern oder Verbesserungsvorschläge werden hier als Kommentar geäussert. Diese Kommentare wird die Redaktion sammeln und dann kommentiert an die Autorinnen und Autoren nach Abschluss des OPR schicken. Zur Erinnerung: OPR soll das klassische Peer Review ersetzen. Sie dürfen sich also ruhig angesprochen fühlen, wenn Sie ein Thema interessiert und den Beitrag eingehend korrigieren und kommentieren möchten.

Neben dem offiziellen Weg zeichnen sich auch einige andere Kanäle ab, auf denen Kommentare geäussert werden, die zum Open Peer Review zählen können: Da gibt es ein direktes Mail an den Autor/die Autorin, in dem gewisse Informationen berichtigt werden. Dieser Kanal ist kein offener. Aber vielleicht wird dieser Weg öfter genutzt, weil man sich (als Kommentator/Kritiker) nicht öffentlich äussern will, sondern sein Anliegen direkt der Auorin/dem Autor unterbreiten will. Das ist zwar nicht eigentlich OPR, aber der Qualitätssicherung dient dies auch.

Dann gab es eine Diskussion auf Twitter. Hier hat ein zitierter Autor bemerkt, dass etwas nicht stimmen kann. In der Diskussion mit anderen Usern auf Twitter hat sich dann herausgestellt, dass das Zitat einem falschen Autor zugewiesen wurde. So wurde der Fehler erkannt, und der Autor wird dies in der Überarbeitung korrigieren. Ich finde dieses OPR via Twitter spannend, auch wenn es nicht der eigentlich beabsichtigte Weg ist…

IMG_1112

Screenshot: Diskussion auf Twitter zu Beitrag im OPR

Und schliesslich hat heute Klaus Graf in seinem Blog alle drei Beiträge einer eingehenden Kritik unterzogen. Klaus Graf misstraut erklärtermassen der Moderation des Blogs der Informationspraxis. Deshalb veröffentlicht er seine Kritik in seinem eigenen Blog und bittet die Redaktion per Mail darum, die Autorinnen und Autoren darüber in Kenntnis zu setzen. Wie wir schon verlautbart haben, geht es bei der Moderation der Kommentare im Blog darum, die AutorInnen zu schützen. Wir haben die erklärte Absicht, auch Personen aus der Fachpraxis und Studierende als AutorInnen für die Informationspraxis zu gewinnen. Wenn man bei seinem ersten Publikationsversuch dann öffentlich zerpflückt wird, ist das nicht im Sinn der Sache. Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass wir den Artikel einer Erstautorin/eines Erstautors bereits vor der Veröffentlichung im OPR etwas genauer anschauen und eine erste Überarbeitung verlangen oder allenfalls einen Beitrag zurückweisen, um den oben genannten Effekt der Demotivation und Demoralisierung zu vermeiden.

Inhaltlich sind Klaus Grafs Kommentare und Korrekturen ganz im Sinne des OPR. Genau so stelle ich mir Kommentare im Rahmen des OPR vor – bis auf die Einleitungen, in denen Klaus Graf aufzeigt, wie er zu den einzelnen Autorinnen und Autoren steht. Ich erwarte einfach, dass die Kommentare sachlich sind (was sie mir durchaus scheinen Ergänzung vom 6.3.: eine Präzisierung dazu findet sich im Kommentar unten). Wir müssen davon ausgehen, dass ReviewerInnen und AutorInnen sich in unserer überschaubaren Community kennen und dass es hier Sympathien und Animositäten gibt. Gerade deshalb macht ja das klassische Peer Review wenig Sinn, da die Anonymität nicht gewährleistet werden kann.

Klaus Graf spricht in seinem Tweet zum Blogpost von „erheblichen redaktionellen Mängeln in Informationspraxis“. Aus meiner Sicht handelt es sich bei den von ihm angesprochenen Kritikpunkten jedoch nicht um redaktionelle Mängel, sondern um beabsichtigte Elemente (vielleicht Risiken und Nebenwirkungen) des Open Peer Review-Prozesses. Im Vorfeld prüfen wir eingegangene Fachartikel nur formal (passt der Beitrag zur Informationspraxis) und orthografisch (siehe Beschreibung des OPR-Verfahrens der Informationspraxis). Danach geht der Beitrag als Preprint in die öffentliche Begutachtung. Wobei wir nicht behaupten, dass dies der Weisheit letzter Schluss sei. Wir sind dabei, erste Erfahrungen mit OPR zu sammeln. Und wir sind bereit, das Verfahren anzupassen, wenn sich dies als sinnvoll oder nötig erweisen sollte. Das könnte bedeuten, dass wir vor dem OPR ein gründlicheres Review durch Redaktion oder GutachterIn durchführen lassen oder dass wir uns sogar komplett vom OPR verabschieden, wenn es mittelfristig keinen Mehrwert erzeugt.

Deshalb möchten wir Sie alle ermuntern, für das OPR-Verfahren Verantwortung zu übernehmen und Beiträge zu kommentieren, die Sie inhaltlich ansprechen!

 

Open Peer Review: Baudisch/Dittmer/Kahlisch: Barrierefreiheit zur Routine machen

AutorInnen: Susanne BAUDISCH, Elke DITTMER, Thomas KAHLISCH
Titel: Barrierefreiheit zur Routine machen – Praxisfall: Digitale Bibliothek

Volltext des Artikels (PDF)

Zusammenfassung

Digitale Bibliotheken bieten die einzigartige Chance, das Wissen der Welt allen Menschen zugänglich zu machen, abgestimmt auf unterschiedliche Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe. Für Menschen mit Einschränkungen der Lesefähigkeit bedeutet dies, dass die für alle verfügbaren Medien von ihnen genutzt werden können – auch, indem unterstützende Technologien ohne Barrieren aufsetzen. Diesem inklusiven Ansatz liegt das Gestaltungskonzept des Universellen Design oder Design für Alle zugrunde, eine wichtige Basiskomponente ist die Barrierefreiheit.

Im Projekt „Design für Alle in Digitalen Bibliotheken“ (www.grenzenloslesen.de) sind die Autoren des Beitrages mit ihren Teams der Frage nachgegangen, inwieweit Barrierefreiheit in den digitalen Angeboten wissenschaftlicher und öffentlicher Bibliotheken in Deutschland tatsächlich angekommen ist. Unter der Prämisse „Barrierefreiheit ist machbar und bietet Synergien für alle“ bestand das Projektziel in der Formulierung von Handlungsempfehlungen – erstellt auf der Grundlage von Praxistests und im Austausch mit den Anbietern digitaler Angebote sowie mit bibliothekarischen Fachgremien und Verbänden. Die Ergebnisse dieses Vorhabens bilden die konzeptionelle Basis dieses Beitrages, untersetzt durch die langjährigen Erfahrungen der Blindenbibliotheken in Hamburg und Leipzig bei der Produktion barrierefreier digitaler Medien sowie als Kompetenzpartner beim Erstellen barrierefreier IuK-Angebote.

Ausgehend von rechtlichen Grundlagen und Normen für die Umsetzung barrierefreier IuK-Systeme werden Formate und Standards für barrierefreie Netzpublikationen an Beispielen diskutiert. Zum einen geht es um Werkzeuge zum Suchen und Finden digitaler Information (Rechercheoberflächen;  OPACs; die Onleihe). Zum anderen stehen Ausgabeformate digitaler Dokumente (wie XML, PDF,  EPUB oder TEI) im Fokus. Den Abschluss bilden elementare Empfehlungen für (Digitale) Bibliotheken und deren Verbände.

Schlüsselwörter
electronic publishing; OPACs; e-journals; e-books; Web pages; Portals; Repositories; accessibility; Universal design

Lesen Sie bitte diese Hinweise zum Open Peer Review in Informationspraxis und nutzen Sie die Kommentarfunktion hier im Blog für ihre Beiträge zum Open Peer Review.

Verheerender Großbrand in der Bibliothek für Sozial- und Geisteswissenschaften in Moskau

Ein Gastbeitrag von Ekaterina Vardanyan, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HTW Chur 

Der Brand in der Bibliothek für Sozial- und Geisteswissenschaften der Russischen Akademie der Wissenschaften (INION) ist als eine nationale Tragödie zu bezeichnen. Er ereignete sich In der Nacht vom 30. auf den 31. Januar. Aktuell lässt es sich lediglich schätzen, welches Ausmass diese Tragödie für die Wissenschaft annehmen wird. Eines bleibt aber ganz sicher – sehr viele kostbare Sammlungen sind im Brand unwiderruflich verloren gegangen.

Bestand und Sammlungen:

Die Bibliothek verzeichnete 6 Mio. Bücher, 7,5 Mio. Exemplare periodischer Literatur, 19 000 audiovisueller Materialien, 121 000 Handschriften, 450 000 Dissertationen und andere Hochschulschriften – Fachliteratur in alten und modernen asiatischen Sprachen, aller europäischen Sprachen sowie in Russisch;  Teilweise einmalige Literatur aus dem 16. bis 20. Jahrhundert, eine Sammlung von Büchern in altslawischer Sprache, eine Sammlung von einmaligen Materialien vom Völkerbund und verschiedenen internationalen Organisationen, Parlamentsberichte aus den USA (seit 1789) und Grossbritannien (seit 1803) sowie eine unikale Sammlung von regionalen Zeitschriften und Zeitungen aus der Zeit des Bürgerkrieges von 1917 bis 1922. 

Was wurde zerstört?

Die aktuellen russischen Quellen liefern noch keine verlässlichen Informationen darüber, welches Ausmass der Zerstörung zu verzeichnen ist. Lediglich der Beschreibung des Brandeshergangs kann man entnehmen, was evtl. zerstört und was erhalten geblieben werden könnte.

Das Gebäude bestand aus 3 Stockwerken. Der Brand wurde im Dachgeschoss ausgelöst. Die Brandursache könnte laut vielen Quellen (ria.rugazeta.rulenta.ru) eine brennende in das Gebäude eingeflogene Feuerwerk-Rakete gewesen sein. Der Brand wütete fast 2 Tage, konnte aber in der zweiten Etage lokalisiert und gelöscht werden. Dabei wurden von 5000qm über 2000qm vollständig zerstört, wobei das Dach auf 1000qm zusammengebrochen ist. Einige Teile des Gebäudes wurden dermassen stark zerstört, dass das Gebäude auch jetzt noch als Einbruchsgefährdet gilt. In der obersten Etage befanden sich Lesesäle, Karteikatalog (Alphabetischer- und Schlagwortkataloge), Fachabteilungen und das Magazin der modernen Literatur (Präsenzbestand). In einem der Lesesäle befand sich unikale Sammlung von UN-Materialien, die nun vernichtet ist.  Diese Etage gilt als komplett zerstört. So kann man jetzt schon davon ausgehen, dass auch der Karteikatalog sowie der Präsenzbestand zerstört wurden. Im ersten Obergeschoss befanden sich Fachabteilungen sowie weitere Büros. Diese Etage wurde vor allem durch die Löscharbeiten sehr stark beschädigt. Die „Schätze“ (ca. 10 Mio. Exemplare) der Bibliothek wurden im Erdgeschoss aufbewahrt. Aber auch diese Etage hat einen erheblichen Wasserschaden erlitten. Das Hauptmagazin mit Handschriften und einmaligen Sammlungen wurde nicht stark beschädigt. Laut der Direktion der Akademie der Wissenschaften (ria.ru) könnten aber rund 15% dieser „Schätze“ durch das Wasser bereits jetzt beschädigt sein. Einige Quellen (lenta.ru) berichten, dass die Server-Räume vollständig unter Wasser standen.  Durch den Zusammenbruch des Dachgeschosses steht aber das Magazin im Erdgeschoss beinah unter dem freien Himmel.  Die gerettete Literatur muss dringend evakuiert werden. Eine Evakuierung wird durch die Zerstörung des OPACs und des Karteikatalogs sicherlich sehr erschwert sein. Aktuell werden die Trümmer durch die Feuerwehr aufgeräumt und die Evakuierung der Bibliothek vorbereitet.

Ekaterina Vardanyan

Zwischendurch: Kleines Update zur Informationspraxis

Im Hintergrund wird weiter fleissig gearbeitet. Die ersten Beiträge sind in der finalen Korrekturschleife, bevor wir mit dem Open Peer Review beginnen können. Wir planen aktuell nach den Feiertagen, also anfang Januar 2015, zwei Artikel zur Begutachtung im OPR freizuschalten.

Den Kolleginnen und Kollegen von o-bib gratulieren wir herzlich zur ersten Ausgabe! Und wir wünschen alle einen guten Start ins neue Jahr, das dann die lange ersehnte erste Ausgabe der Informationspraxis bringen wird!

Über weitere Beiträge von Ihnen würden wir uns natürlich sehr freuen…